METHOD

Film Review from Das Manifest

von Stefan Mader

Nach drei Jahren Leinwandabstinenz kehrt die Schauspielerin Rebecca Fairbanks (Hurley) für ein neues Projekt zurück vor die Kamera. In dem in Bukarest gedrehten Film über die "wahre Geschichte" der Witwe Belle Gunness, auf deren Konto über 40 Morde Anfang des 20. Jahrhunderts gehen, soll die method actress die Hauptrolle spielen. Gemäß ihrer künstlerischen Überzeugung beschließt sie auch gleich, am Set statt im Hotel zu wohnen um sich in die Rolle einzuleben. Als Co-Star an Rebeccas Seite agiert ihr mittlerweile verheirateter Ex Jake Fields (Sisto), wobei der Mix aus der Affäre der Charaktere im Film und "alten" Gefühlen die neu aufflackern für Pikanterie sorgt. Dass Rebecca um ihre Konzentration am Set zu steigern die ansonsten von ihrer überprotektiven Mutter und Agentin Mona (du Sautoy) verabreichten Psychopharmaka absetzt verbessert ihr Gefühlschaos naturgemäß auch nicht, zumal sie durch das Fehlen der Medikamente immer wieder verstörende Halluzinationen erfährt. Schon bald ereignen sich am Set grausame Morde, die der Vorgehensweise der echten Belle Gunness nicht unähnlich sind... Sollte da etwa jemand seine Rolle zu ernst nehmen?

Als Thriller in bester Tradition des Whodunit konzipiert, erweist METHOD sich durch die simultane Erzählung zweier Geschichten außerdem als sehr ambitioniert. Da die gegenwärtige, "reale" Handlung allerdings der Filmhandlung um ein Gefühl des brütenden Unheils zu erzeugen bis ins Detail nachempfunden wird gerät genau diese Ambition letztlich zum Stolperstein. Die beiden Handlungsstränge werden zwar schön parallel entwickelt, doch sind sie sich letztlich einfach zu ähnlich, zu substanzlos und nehmen einander zu viel vorweg, als dass ernsthaft Spannung aufkommen könnte. Weiters machen es die ständigen Sprünge zwischen den Erzählebenen nicht gerade leicht, das momentane Geschehen der richtigen Ebene zuzuordnen. Noch dazu, wo die Charaktere am Set immer ihre Jahrhundertwende-Kostüme tragen – egal ob man nun um "realer" oder "fiktiver" Handlung beiwohnt. Die von Regisseur Duncan Roy angestrebte Unterscheidbarkeit der Handlungsstränge durch Kameraführung und Farbwahl kann jedenfalls als nicht existent angesehen werden. Dazu kommt, dass die relativ eindimensionalen Charaktere dem Zuseher nicht wirklich nahegebracht werden können. So sieht Liz Hurley zwar in manchen Szenen Kiefersperre verursachend gut aus, das Schicksal ihrer Figur lässt jedoch ziemlich kalt – und das ist weniger mit meinen Verständnisschwierigkeiten für die Lee Strasberg-Methode zu erklären als mit der Flachheit der Rollen.

Was übrig bleibt ist ein Thriller, der trotz all dieser Kritikpunkte keine totale Gurke darstellt, dessen interessante Ingredienzien man allerdings schon anderswo besser und konsequenter umgesetzt gesehen hat.

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